Adicare

D e f i n i t i o n d e r A d i p o s i t a s

Adipositas kann als eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes definiert werden. Da jedoch die direkte Messung des Körperfettes nur mit erhöhtem Aufwand möglich ist, hat sich eine Schätzung des Körperfettes nach den Körpermasse-Index (englisch Body-Mass-Index oder BMI) durchgesetzt.

Diese Größe geht einher mit der Menge an Körperfett. Berechnet wird der Körpermasseindex nach der Formel: BMI = Körpergewicht in kg geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat (kg/m2).

Klassifizierung des Übergewichts

Nach dieser Formel ergibt sich ein Kennwert, der die Klassifizierung des Übergewichtes nach Graden ermöglicht. Obwohl die Festlegung der Grenzen zwischen Normalgewicht und Adipositas in verschiedenen wissenschaftlichen
Studien immer wieder auch etwas unterschiedlich festgelegt werden, hat sich
doch die Definition der Weltgesundheitsorganisation durchgesetzt, die folgende
Einteilung vornimmt:

Übergewicht und Adipositas klassifiziert anhand des BMI (WHO 1998)

Normalgewicht: 18,5 – 24,9

Das Gewicht liegt im wünschenswerten Bereich, also in dem für die Gesundheit besten Bereich.

Übergewicht: 25,0 – 29,9

Das Gewicht ist zu hoch, ist aber für sich selbst genommen noch nicht unbedingt behandlungsbedürftig, wenn keine weiteren Risikofaktoren vorliegen. Bei Vorhandensein eines oder mehrerer Risikofaktoren wird aber auch bei diesem Übergewicht eine Behandlung notwendig, zum Beispiel bei hohem  Blutdruck, Diabetes, Beschwerden des Bewegungsapparates,  Gelenkbeschwerden, Fettstoffwechselstörung, hohem Harnsäurespiegel.

Adipositas Grad I: 30,0 – 34,9 und

Adipositas Grad II: 35,0 – 39,9

Das Übergewicht hat bereits einen Grad  erreicht, der eine Behandlung  unbedingt erforderlich macht, auch wenn keine weiteren Risikofaktoren vorhanden sind.

Extreme Adipositas Grad III: ≥ 40

(Auch Adipositas permagna genannt) Wenn dieses extreme Übergewicht  erreicht ist, ist eine Behandlung unbedingt notwendig, da in jedem Fall mit erheblichen Folgeerkrankungen und einer deutlichen Verkürzung der Lebenserwartung zu rechnen ist.

 

Die adäquate Versorgung von adipösen Menschen

Auf dieser Seite werden wir in Zukunft Informationen und Fortbildungsmöglichkeiten für Fachpersonal und Betroffene und für Angehörige von adipösen und schwer adipösen Menschen anbieten. Diese werden sich auf den Alltag ebenso wie auf medizinische Behandlungen und Reha-Maßnahmen beziehen. Sie sind aufgerufen sich mit Diskussionsbeiträgen, Informationen oder mit konkreten Fortbildungs- oder Hilfe- und Betreuungsangeboten zu beteiligen.

Übergewichtige und besonders schwer adipöse Menschen stehen im täglichen Leben vor einer großen Zahl von sehr spezifischen Problemen. Überraschenderweise setzen sich die Probleme häufig selbst im Rahmen medizinischer Betreuung fort.

Es ist im Allgemeinen ein Bewusstsein für die steigende Anzahl übergewichtiger Menschen vorhanden. Doch über die Lebensumstände der  Betroffenen, die in einer für „Normalgewichtige“ ausgelegten Umgebung leben und agieren müssen, herrscht für die meisten Menschen Unklarheit.

Überwichtige Menschen benötigen in vielerlei Hinsicht eine sehr spezifische physische und psychische Betreuung. Nur wer die typischen Lebensschwierigkeiten von adipösen Menschen kennt und nachvollziehen kann, ist in der Regel in der Lage eine adäquate Zuwendung zu bieten.

  • Sind Sie zum Beispiel in der Physiotherapie oder Massage tätig und verstehen, was übergewichtige Menschen für besondere Anforderungen an Ihre Leistungen haben?
  • Haben Sie Angebote zur Lebenshilfe für Übergewichtige oder eine psychologische oder psychotherapeutische, psychiatrische Praxis, die sich mit den besonderen Problemen adipöser Menschen beschäftigt?
  • Haben Sie ein besonderes Betreuungsangebot oder eine Dienstleistung für Übergewichtige?
  • Vertreten Sie eine Einrichtung für adipöse Menschen und möchten sich vorstellen?

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„Do’s“ und „Don’ts“ in der Dekubitusprophylaxe

Luftzellen bei Luftmatratzen zur Dekubitusprophylaxe
Sind große der kleine Luftzellen besser?

Praktische Empfehlungen zum Nationalen Expertenstandard

Christine Sowinski und Britta Wilken haben im Fachmagazin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe in der ProAlter (Sonderdruck April 2006) einen bemerkenswerten Artikel über die Mängel in der Behandlung und Vorsorge bei Druckgeschwüren veröffentlicht, der heute noch seine Gültigkeit hat:

"Von schlechten Hilfsmitteln und ungeeigneten Interventionen zu effizienter Prophylaxe und Therapie"

Wir veröffentlichen hier einen Auszug aus dem Artikel und Sie können den originalen, ungekürzten Artikel unten als pdf-Datei laden. Ebeso finden Sie einen Öffnet externen Link in neuem Fenster Link zur Homepage des Kuratoriums Deutsche Altershilfe.

"Obwohl es seit nunmehr fünf Jahren [in 2006] den „Nationalen Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe“ gibt, ist die Situation in deutschen Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern hinsichtlich der Entstehung von Druckgeschwüren immer noch nicht zufriedenstellend. Dabei gibt es viele schnell und leicht durchführbare Handlungsmöglichkeiten, die weder mehr Personal- noch Zeitaufwand bedeuten. Vor allem aber existiert eine Vielzahl  ungeeigneter, aber immer noch eingesetzter Hilfsmittel und Pflege- Interventionen, deren Abschaffung sogar Zeit sparen würde.

Dies war das bemerkenswerteste Ergebnis der KDA-Fachtagung „Nationaler Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ am 6. März 2002 in Köln.

Als „Schreckgespenst in der Pflege“ bezeichnete Klaus Großjohann, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, zum Auftakt der Fachtagung das Pflegeproblem „Dekubitus“. In der öffentlichen Meinung gelte ein Dekubitus als Synonym für schlechte Pflege bzw. für Pflegefehler. „Der schlechte Ruf der Altenpflege ist teils auf diese Problematik zurückzuführen“, erklärte Großjohann gegenüber den 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern
der Fachtagung. Seit Mai 2000 gäbe es zwar den „Nationalen Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe“, der Pflegefachpersonen verpflichtet, nach seinen Vorgaben zu arbeiten.

Aber immer noch wüssten viel zu wenige Mitarbeiter über diesen Standard  Bescheid und hielten an Mythen und falschen Behandlungsmethoden fest (siehe dazu auch ProAlter 1/2002, S. 21–23).

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